Erstehilfe & Recht

Erstehilfe & Recht

Die Erste Hilfe ist mit Art. 128 des schweizerischem Strafgesetzbuches geregelt, dort steht:

Unterlassung der Nothilfe

Wer einem Menschen, den er verletzt hat, oder einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt, nicht hilft, obwohl es ihm den Umständen nach zugemutet werden könnte,

wer andere davon abhält, Nothilfe zu leisten, oder sie dabei behindert,

wird mit Frei­heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/

Falscher Alarm

Wer wider besseres Wissen grundlos einen öffentlichen oder gemein­nützigen Sicherheitsdienst, einen Rettungs- oder Hilfsdienst, ins­be­sondere Polizei, Feuerwehr, Sanität, alarmiert, wird mit Frei­heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Also nie grundlos Alarm schlagen! Weiter gibt es noch den Artikel 51 des Straßenverkehrsgesetzes der besagt, daß bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten alle Personen, die am Unfall beteiligt sind, Hilfe leisten müssen. Unbeteiligte müssen helfen, so weit es ihnen zumutbar ist.

Wird der Patient durch den Ersthelfer geschädigt, stehen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen im Raum. Wer sorgfältig und seiner Erfahrung, seiner Ausbildung und (Fach-)Kenntnis entsprechend handelt, kann nicht wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung bestraft werden. Eine zivilrechtliche Haftung könnte aus Art. 41ff des Obligationenrechts entstehen, wo wiederum Fahrlässigkeit und eine widerrechtliche Schädigung gegeben sein muss. Weiter muss auch in einem Fall von Unterlassener Hilfeleistung immer von einem Gericht abgeklärt werden ob der angebliche nicht Nothelfende überhaupt in de Lage war zu helfen oder ob er nicht unter Schock stand oder traumatisiert war. So gibt es viele Menschen die bei einer solchen Szene in der Realität schlicht überfordert sind weil sie so was noch nie erlebt haben.

2014 – Bancomat Fall Aesch Baselland

Das Baselbieter Strafgericht hat einen Mann vom Vorwurf der unterlassenen Nothilfe freigesprochen. Der Mann hatte einem Jugendlichen, der vor einem Bancomaten in Aesch im Sommer 2011 zusammengebrochen war, nicht geholfen und auch nicht die Sanität verständigt.

Der 15-Jährige wollte an einem Bancomaten in Aesch Geld abheben. Vor dem Bankomat wurde ihm plötzlich schwindlig und er brach ohnmächtig zusammen.

Dies filmte die Überwachungskamera der Bank – und sie filmte auch einen anderen Mann. Dieser war vor dem Jugendlichen am Bancomaten und hatte beobachtet, wie der Jugendliche zusammenbrach. Anstatt zu helfen oder die Sanität zu rufen, fuhr er in seinem Auto davon.

Der Mann, ein 48-jähriger Unternehmer aus dem Birseck, stand deswegen vor dem Strafgericht in Liestal. Er hatte einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft erhalten, wegen unterlassener Nothilfe. Gegen diesen Strafbefehl hat er aber Rekurs eingelegt, und es kam zur Gerichtsverhandlung.

Das Strafgericht sprach ihn frei. Es akzeptiert die Begründung des Angeklagten. Dieser war kurz vor dem Vorfall aus Südfrankreich zurückgekehrt wo er überfallen worden war. Nun vermutete er, der Jugendliche sei ein Trickbetrüger der ihn hätte überfallen wollen. Der 48-Jährige kehrte eine Viertelstunde nach dem Vorfall nochmals zum Bankomat zurück um zu schauen ob es wirklich kein Notfall war, aber inzwischen hatte sich der Jugendliche ein paar Meter weiter geschleift. Der Mann sah ihn nicht mehr und dachte, es sei alles in Ordnung.

Also wir von First Aid empfehlen in einer solchen Situation der Polizei anzurufen. Die kann dann entscheiden ob es sich um einen Notfall oder um eine Betrugsversuch handelt.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Elisa

    Das Bild sieht als aus wäre es beim Zahnarzt 🧐

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